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Chakren, Kundalini, Aura-Fotografie
Irrtum und Wahrheit

Yoga beginnt mit Körperübungen, schreitet weiter zur emotional-mentalen Entwicklung des Menschen und strebt letztlich höhere Bewusstseinsstufen an, uralte Weisheitslehren und moderne Physik reichen sich (noch) vorsichtig die Hand. Gerade der letzte Aspekt wird sowohl von leichtgläubigen Aspiranten ebenso verunstaltet wie von geschäftstüchtigen Scharlatanen missbraucht, es dünkt daher weise, sich solcher Thematik zu verschließen, damit leider aber auch einem Teil der eigenen Existenz. Wir zeigen am Beispiel Aura-Fotografie, Ckakren und Kundalini auf, dass man sich sehr wohl an Geheimnisse des Lebens heranwagen kann, allerdings sollten ein funktionierender, gut geschulter Intellekt und etwas Ausdauer beim Studieren im Reisegepäck sein.
1 -  Vorwort
  2 -  Das Programm Aura-?-Fotografie 
    3 -  Warum üben Chakren und Aurafotos eine solche Faszination aus? 
      4 -  Das mechanische, materielle Weltbild
        5 -  Das geistige, spirituelle Weltbild  
          6 -  Chakren und Aura, Elemente der Emotional- oder Astralebene
            7 -  Von der Kirlian-Fotografie zur Coggins-Camera 
              8 -  Wenn es Chakren gibt, dann ... 
                9 -  Gibt es Chakren wirklich? 
                  10 -  Kundalini ... und sie bewegt sich doch! 
                    11 - Literaturverzeichnis und Erläuterung
        


Vorwort zum Anfang

Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.

Sobalde der pfennige ins becken geworffen und clünge,
sobalde vere die seele, dafür er geleget, ym Himmel.

Johann Tetzel, Ablass-Prediger, 1455 - 1519

Johann Tetzel Mit obigem Argumente, später zu dem bekannteren landläufigen Reim modifiziert, startete der Ablass-Prediger Johann Tetzel um 1504 seine erfolgreiche "Geschäftsidee". Die Bibel jener Tage war zwar längst vom Hebräischen ins Aramäische, von da ins Griechische und noch später ins Lateinische übersetzt, damit aber für viele Zeitgenossen Tetzels noch immer ein Buch mit mehr als nur sieben Siegel. Der Normalsterbliche hatte keine Chance, die Behauptungen des Dominikaner-Mönchs mit den Aussagen der Bibel zu vergleichen und musste dem Mann der Kirche blind vertrauen. Heute, im Informationszeitalter, rund 500 Jahre später, undenkbar. Wirklich?

Warum erstellte dann beispielsweise ein fähiger und ganzheitlich aufgeschlossener Mediziner aus vermeintlichen Aura-Bildern seiner Patienten psychische und physische Diagnosen? Warum bemerk(t)en manche Heilpraktiker dann nicht, dass extrem empfindliche Mess-Sensoren nicht wie erhofft die Organe der Patienten sondern die elektromagnetischen Ausstrahlungen der Rechner, Lampen und Zuleitungen registrier(t)en? Verkaufen sich seit einiger Zeit uralte Praktiken zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte unter dem Namen "Quanten-Therapie" deshalb so erfolgreich, weil die Nähe zur modernen Physik jegliches Hinterfragen unnötig erscheinen lässt?

Aura-?-Foto Regenbogen Wir hätten heutzutage die Möglichkeit, an viele für ein Verstehen erforderlichen Daten zu gelangen, aber Nutzen wir diese Möglichkeit? Ist es nicht eher so, dass eine immer größer werdende Informationsmenge uns immer mehr überfordert und blindes Vertrauen in die Experten oftmals als einziger Ausweg erscheint? Zusätzlich begünstigt durch Wunschdenken, chronischen Zeitmangel sowie auch die eigene Bequemlichkeit?

Offensichtlich haben der Glaube an die Kirche und der Glaube an die Wissenschaft ihre Rollen vertauscht, auch keine glückliche Lösung, wie obige drei Beispiele belegen. Vielleicht wird es einmal eine zweite Epoche der Aufklärung geben, dann aber bezogen auf den Umgang mit Wissenschaft und deren Vermittlung? Die aktuelle Bildungsmisere in Deutschland, gerade hinsichtlich naturwissenschaftlicher Kenntnisse und Kompetenzen, lässt allerdings befürchten, dass bis dahin noch viele "Geschäftsideen" erfolgreich an die Frau oder an den Mann gebracht werden können.

Aura-?-Foto Rot-Blau Solange wollen wir nicht warten! Yoga beginnt mit Körperübungen, schreitet weiter zur emotional-mentalen Entwicklung des Menschen und strebt letztlich höhere Bewusstseinsstufen an. Es ist unsere Aufgabe, Sie auch für diese Aspekte zu sensibilisieren, damit einher geht die Pflicht, den Pfad so deutlich zu markieren dass Sie vor Irrwegen möglichst bewahrt sind. Als Yogalehrer müssen wir das tun, und als Physiker kann ich das tun.

Diese Seite möchte am Beispiel Aura-Fotografie, Chakren und Kundalini aufzeigen, dass man sich sehr wohl an Geheimnisse des Lebens heranwagen kann, allerdings sollte ein zwar offener, aber funktionierender und gut geschulter Intellekt und etwas Ausdauer beim Studieren im Reisegepäck sein. Der Einsatz zahlreicher Zitate wird aufzeigen, dass die hier dargelegten Einsichten keineswegs neu sind, sondern durch sorgfältiges Studium längst existenter und ernsthafter Fachliteratur von jedem wirklich interessierten Leser erlangt werden könnten.

Das Programm Aura-?-Fotografie zum Anfang

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Warum üben Chakren und Aurafotos eine solche Faszination aus? zum Anfang

The mind of a worldly man with base desires and passions moves in the Muladhara and Svadhishthana Chakras or centres situated near the anus and the reproductive organ respectively.

If one"s mind becomes purified the mind rises to the Manipura Chakra or the centre in the navel and experiences some power and joy. Die Chakren des Menschen If the mind becomes more purified, it rises to the Anahata Chakra or centre in the heart, experiences bliss and visualises the effulgent form of the Ishta Devata or the tutelary deity.

When the mind gets highly purified, when meditation and devotion become intense and profound the mind rises to Visuddha Chakra or the centre in the throat, and experiences more and more powers and bliss. Even when the mind has reached this centre, there is a possibility for it to come down to the lower centres.

When the Yogi reaches the Ajna Chakra or the centre between the two eyebrows he attains Samadhi and realises the Supreme Self, or Brahman. There is a slight sense of separateness between the devotee and Brahman.

If he reaches the spiritual centre in the brain, the Sahasrara Chakra, the thousand-petalled lotus, the Yogi attains Nirvikalpa Samadhi or superconscious state. He becomes one with the non-dual Brahman. All sense of separateness dissolves. This is the highest plane of consciousness or supreme Asamprajnata Samadhi. Kundalini unites with Siva. The Yogi may come down to the centre in the throat to give instructions to the students and do good to others (Lokasamgraha).


Sri Swami Sivananda, XII

Was immer Chakren - und Aura ist das Ergebnis des Zusammenwirkens aller Chakren - auch sein mögen, klingt das nicht faszinierend? Angenommen Sie bekämen den Hinweis, Ihr Rechner sei wesentlich leistungsfähiger, als Prototyp verfüge er bereits über einen speziellen und noch verborgenen Schalter, würden Sie sich dann nicht sofort hoffnungsfroh auf die Suche machen? Sind womöglich auch in Ihnen geheimnisvolle "Schalter" und unbekannte Ressourcen vorborgen? Manche Menschen glauben nun, man könne mittels Aurafotos die Existenz und Aktivität oben erwähnter Chakren erkennen und daraus auf die geistig-spirituelle Entwicklungsstufe eines Menschen und dessen Fähigkeiten und Eigenschaften schließen, ein weit verbreiteter Irrglaube!


Das mechanische, materielle Weltbild zum Anfang

Chakren und damit Aura gehören in den Bereich der sogenannten Emotionalebene, alle weiteren Überlegungen machen daher nur Sinn wenn wir bereit sind, uns auf das Thema Emotionalebene einzulassen und dafür unser mechanisches, materielles Weltbild zu einem mehr geistigen, spirituelleren Weltbild zu erweitern. Keine Angst, wir müssen dazu weder unsere Bildung noch unser wissenschaftliches Denken verleugnen, geistige Offenheit hat nichts mit naiver Gutgläubigkeit gemein. Wir müssen lediglich gewillt sein, unsere bisherige Sichtweise zu überdenken und zu erweitern, Wissenschaft bedeutet Schaffen von Wissen, ohne Einschränkung. Hans Peter Dürr, Naturwissenschaftler, langjähriger Wegbegleiter von Werner Heisenberg und später Direktor des Heisenberg-Institutes, sagt:

Aber wir können sehr wohl aus dieser Enge herauskommen, wenn wir wirklich verstehen, dass wir gar nicht in einer Sackgasse sind. Wir müssen nur ein paar Zäune überspringen - und dann sind wir in der freien Natur und können uns wieder bewegen. Viele glauben, es sind unüberwindliche Mauern und sehen gar nicht, dass es bloß Zäune sind, die man nur überspringen muss. Der Weg zu diesen Lösungen heißt Entkrampfung, Lockerung, Öffnung oder Befreiung von diesen Fesseln. Unserem Leben wieder die Lebendigkeit zurückzugewinnen, die wir brauchen, um aus dieser Enge herauszukommen.

Das heißt aber letztlich auch, dass wir wieder die spirituelle Dimension unserer Existenz erkennen müssen, die wir verdrängt haben. Wir müssen dazu keine Esoteriker werden, sondern Spiritualität ist etwas ganz Bekanntes, zu dem wir alle Zugang haben, obwohl viele es vielleicht noch gar nicht bemerkt haben. In diese Richtung führen auch die naturwissenschaftlichen Überlegungen, die uns haben erkennen lassen, dass nicht die Materie das Fundament unserer Wirklichkeit ist.

Das kann ich jetzt schon vorwegnehmen: Das Fundament unserer Wirklichkeit ist nicht die Materie, sondern etwas Spirituelles, das gar nicht begreifbar ist.

Hans Peter Dürr, 44-45

Nun langsam und Schritt für Schritt: Das klassische Weltbild der Naturwissenschaft geht von unbelebter Materie aus, welche einem Uhrwerk gleich den präzisen Gesetzmäßigkeiten der Mechanik Isaac Newtons (1648-1727) gehorcht. Daraus aber die Entstehung von Leben, Bewusstsein und Wille abzuleiten ist eine Herausforderung, welche mit der Harnstoffsynthese von Friedrich Wöhler 1828 zwar hoffnungsvoll begann, aber bis heute nicht wirklich bewältigt wurde.

Eine weitere Schwierigkeit: Wie soll die Erde etwa auf den Mond eine Anziehungskraft ausüben können, wenn eine dazu erforderliche materielle Verbindung gar nicht existiert? Newtons Lehre der irdischen und himmlischen Mechanik lieferte jedoch für so viele Fragen eine Antwort und ermöglichte so viele präzise Vorhersagen, dass diese Problematik zunächst einmal in den Hintergrund trat. Erst weitere Entdeckungen im Bereich der Elektrizität und des Magnetismus machten es nötig, für erwähnte und andere Schwierigkeiten eine Lösung anzubieten, was dann zur Einführung des Feldbegriffes führte: Elektrische, Magnetische, und Gravitationsfelder. Allerdings, wir sehen zwar, dass ein Apfel immer auf den Boden und nie in den Himmel fällt, wir können aber nicht wahrnehmen, wie genau die Erde nach dem Apfel "greift".

Die Chemie schenkte uns die Atome als Bausteine der Materie, die Atomphysik enthüllte sodann, dass ein Atom zwar einen Raum beansprucht, dieser aber bis auf ganz wenig Materie leer ist. Und dieser verbleibende winzige Rest an Materie offenbart nun gemäß der Quantenphysik Eigenschaften, die wir grundlegend nicht der Materie zuordnen, und seit Einstein wissen wir endlich: Materie ist konzentrierte Energie!

Ich habe als Physiker fünfzig Jahre lang - mein ganzes Forscherleben - damit verbracht zu fragen, was eigentlich hinter der Materie steckt. Das Endergebnis ist ganz einfach: Es gibt keine Materie! Ich habe somit fünfzig Jahre an etwas gearbeitet, was es gar nicht gibt. Das war eine erstaunliche Erfahrung: Zu lernen, dass es das, von dessen Wirklichkeit alle überzeugt sind, am Ende gar nicht gibt.

Hans Peter Dürr, 44

Einstein hat uns noch ein Geheimnis verraten: Materie, Energie, Raum und Zeit hängen miteinander zusammen, Energie oder Materie krümmt den Raum und beeinflusst den Zeitverlauf, nehmen wir die Materie weg, verschwinden damit auch Raum und Zeit, samt allen Feldern.

Einsteins grandiose Leistung besteht unter diesem Gesichtspunkt darin, Raum und Zeit aus der luftigen Höhe philosophischer Spekulationen geholt und wieder dem experimentellen Zugriff der Wissenschaft zugänglich gemacht zu haben. Die offenkundige Unbildung unserer Eliten zeigt sich nun darin, dass dies selbst Jahrzehnte nach Einstein nicht verstanden worden ist.

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, CD I.3

Wir müssen also weder um unseren Verstand noch um unseren guten Ruf bangen, noch dürfen wir uns von Eliten entmutigen lassen, wenn wir etwas fortschrittlicher und wagemutiger sind. Nach Einstein leben wir auf der Oberfläche einer vierdimensionalen Welt, die vierte Dimension ist die Zeit, die Evolution hat uns aber offensichtlich nur für ein dreidimensionales Leben vorbereitet, das heißt unsere sinnliche Wahrnehmungsmöglichkeiten sind entsprechend begrenzt. Wir verzichten an dieser Stelle auf die ultramoderne zehndimensionale String-Theorie und fassen wie folgt zusammen:

Die Welt ist nicht so wie sie uns erscheint!

Genau dies aber sagt die Hermetik, sagt der Yoga, sagen die uralten vedischen Schriften: Maya, die Sinnestäuschung (maya, Sanskrit, täuschende Kraft Brahmans; die verschleiernde und projizierende Kraft im Universum). Wie konnten das (einige wenige) Menschen noch vor der Antike wissen? Zufall? Übersetzungsfehler? Fehlinterpretation?

Moderne Gehirnforschung lehrt, dass wir die Welt nicht einfach sehen (im Sinne von geistig fotografieren) sondern vielmehr im Geiste malen, also gewissermaßen geistig konstruieren, im Abgleich mit den Wahrnehmungen anderer Sinnesorgane und damit auch im Abgleich mit unserer Umgebung. Unsere Sicht der Welt ist also keineswegs rein objektiv, sondern immer auch Produkt unserer subjektiven physischen und psychischen Aktivitäten und Möglichkeiten.

Hätten wir die Größe eines Atoms und noch immer unseren Verstand, oder die Größe einer Galaxie und noch immer unseren Verstand, oder unsere Zeitwahrnehmung um den Faktor einer Million gedehnt oder gestaucht, wäre dann die Sicht der Welt nicht eine ganz andere, trotz ansonsten gleicher geistiger Möglichkeiten? Und könnte man aus diesen Veränderungen der Sicht etwas über die Sicht jenseits des "Sichtens" herausfinden?

Die Beherrschung des (gefestigten Geistes) reicht vom kleinsten Atom bis zur höchsten Größe (des Himmels).

Wenn die seelisch-geistigen Vorgänge zur Ruhe gekommen sind, wird der Geist (transparent) wie ein Kristall, (der die Beziehung von) Erkenner, Erkennen und Erkanntem widerspiegelt. Diese Einheit und dieses Durchdringen wird betrachtende Vereinigung genannt.

Wenn diese Betrachtung eine Mischung der Vorstellung von Wort, Sinn und Erkenntnis enthält, ist sie eine mit dem Denken verbundene Meditation.

Wenn (der Geist) von Eindrücken der Erinnerung völlig gereinigt ist, wird er wie entleert von seiner eigenen Form, und es leuchtet nur die Wirklichkeit allein. Diese Betrachtung wird eine vom Denken freie genannt.

Patanjali, 1.Teil,40-44

Sollte es in uralten Zeiten einigen Weisen tatsächlich gelungen sein, in tiefer Meditation einschränkende Verhaftungen des Geistes und die Grenzen der physischen Wahrnehmung zu überwinden und eine Ebene der reinen Schau zu erreichen?

"Die gegenwärtige Welt glaubt, der Verstand könne die höchste mögliche Erfahrung der Wirklichkeit vermitteln. Die vedischen Seher maßen dem Verstand gebührende Bedeutung zu, aber betrachteten ihn niemals als die Quelle der höchstmöglichen Erfahrung der Wirklichkeit. ...

Sri Chinmoy , 20


Das geistige, spirituelle Weltbild zum Anfang

Das spirituelle Weltbild beginnt beim Geistigen, beim Bewusstsein. Diesem werden zwei unterschiedliche Qualitäten zugeordnet, einmal die Fähigkeit des Bewusst-Seins und einmal die Fähigkeit des Aktiv-Seins:

This static Sakti is affected by Pranayama and other Yogic practices and becomes dynamic. These two functions, static and dynamic, are termed "sleeping" and "awakening" of the Kundalini.

Sri Swami Sivananda, 35

In letzteren Fall, wenn das Bewusstsein aktiv ist, entwickelt es zunächst Gedanken oder Ideen, welche immer intensiver und kraftvoller zu bildhafteren und ursachefähigeren Vorstellungen werden können und letztendlich durch weitere Konzentration und Verdichtung die uns geläufige materielle Form annehmen:

. . . First She creates mind, and then matter. This latter becomes more and more dense. It has been suggested that the Mahabhutas are the Densities of modern science: . . . However this be, it is plain that the Bhutas represent an increasing density of matter until it reaches its three dimensional solid form.

Sri Swami Sivananda, XXIV

Dieser Prozess fortschreitender Verdichtung kann nun in Zwischenstufen eingeteilt werden, wir betrachten im Hinblick auf unsere Belange vier Ebenen:

Die spirituelle oder Bewusstseinsebene
die Ebene des Geistes, der Seele, des Bewusstseins selbst

Die mentale oder Kausalebene
eine Ebene, in der Gedanken und Ideen geboren werden
Ursache (lat.causa) weiterer Entwicklung

Die emotionale oder feinstoffliche oder Astralebene
Gedanken und Ideen verdichten sich zu antreibenden Kräften und Energien (e motio)
oft als Vorstufe der Materie gesehen: feinstofflich

Die materielle oder grobstoffliche Ebene
unsere "reale" Welt der manifestierten Gedanken und Ideen

Richtet man im Vertrauen auf seine "Fünf Sinne" den Blick nach außen wird nachvollziehbar, wie das mechanische, materielle Weltbild vermutlich entstand, lenkt man hingegen seine Aufmerksamkeit nach innen, wird das geistige, spirituelle Weltbild nachvollziehbar.

Wie schöpferisch, wie "leichtfüßig" und geistig beweglich wir noch sind, wenn Gedanken entstehen und Ideen geboren werden. Und wie geistige Trägheit, Massigkeit, Unbeweglichkeit entstehen, wenn wir uns immer mehr konzentrieren, wenn Antriebskräfte und Energien ins Spiel kommen und als Emotionen spürbar werden. So bereitwillig ändern wir unsere Meinung dann nicht mehr, empfehlen Sie doch einmal (aber bitte auf eigene Verantwortung) einem von Wut getriebenen Zeitgenossen, er möge eben mal rasch seine Einstellung ändern ...

Und kennen wir nicht alle das Gefühl, eine schwere Last sei von uns genommen, wenn ein gravierendes Problem sich plötzlich in Luft auflöst? Ganz wie Hans Peter Dürr oben bemerkte:

. . . Spiritualität ist etwas ganz Bekanntes, zu dem wir alle Zugang haben, obwohl viele es vielleicht noch gar nicht bemerkt haben.

Es verbleibt der letzte Schritt, das Verdichten zu Materie. Der Psychologe Kurt Tepperwein sagt:

Jede bildhafte Vorstellung, die uns erfüllt, hat das Bestreben, sich zu verwirklichen.

Kurt Tepperwein, 259

Die Psychosomatik lehrt, andauernde geistig-seelische Belastungen können sich im Laufe der Zeit als körperliche Symptome manifestieren, Management-Trainer verweisen gerne darauf, dass am Beginn eines jeden Hochhauses die Idee eines Architekten steht.

Diese Argumente sind gut, aber nicht gut genug: Sie zeigen (eine ausreichend große Zeitspanne vorausgesetzt) die EINWIRKUNG von Gedanken AUF Materie, wir aber suchen Hinweise für die UMWANDLUNG von Gedanken IN Materie!

Könnte uns Einstein mit seinem Ansatz weiterhelfen, dass Materie verdichtete, konzentrierte Energie ist?

Gleichsinnig durchströmte elektrische Leiter erfahren bekanntlich infolge magnetischer Kräfte eine Anziehung, gemäß der Relativitätstheorie aber ist Magnetismus eine Täuschung, eine Maya: Die relative Bewegung der Ladungsträger bewirkt nach Einstein den Eindruck einer Längenkontraktion, daraus resultiert eine Erhöhung der Ladungsdichte und daraus die sichtbare Anziehung infolge elektrischer Kräfte. Relativistische Effekte erreichen aber eine nennenswerte Größenordnung erst bei annähernd Lichtgeschwindigkeit (300 000 km/sec), die Ladungsträger einer Autobatterie geben eine Störung zwar mit Lichtgeschwindigkeit weiter, strömen selbst jedoch mit 1 mm/sec und weniger durch die Leitungen. Woher kommt dann der starke und deutlich sichtbare elektrische Effekt der Anziehung? Eine Stromstärke von 1 Ampere bedeutet die Bewegung von 6 242 197 253 433 210 000 Ladungsträgern, manche Motivations-Trainer formulieren es so: Du kannst nichts, dein Team kann alles!

Wäre es denkbar, dass wir als Individuen nur ein paar unscheinbare "Krümelchen" produzieren können, die Verdichtung von Gedanken zu sichtbarer Materie aber erst mit einer großen Gemeinschaft gelingt?

Denkbar wäre es, aber ist es für Sie auch persönliche Erfahrung? Seien wir aufrichtig: Wir stecken in der Sackgasse! Und wir hätten das zuvor erahnen können! Das geistige, spirituelle Weltbild enthält das mechanische, materielle Weltbild als "unterste" Stufe, die Stufe mit der höchsten Verdichtung. Wenn wir nun von der materielle Ebene aufbrechen, auf der Suche nach Ursachen immer weiter nach "oben" vordringen und dabei wie gezeigt mit unserer Art des Wahrnehmens und Denkens auf Barrieren treffen, werden wir auf dem Weg von "oben nach unten", mit derselben Art des Wahrnehmens und Denkens im Gepäck, nicht auf freie Bahn hoffen dürfen.

Ein Knigge-Coach würde sagen: Der Smoking allein macht noch keinen Gentleman! Lesen und Studieren alleine helfen hier offensichtlich nicht mehr weiter, Veränderungen der Denkweise scheinen erforderlich, um anderen Formen der Wahrnehmung und des Erkennens die Türe zu öffnen, wie Hans Peter Dürr in seinem sportlichen Vergleich andeutete:

Aber wir können sehr wohl aus dieser Enge herauskommen, wenn wir wirklich verstehen, dass wir gar nicht in einer Sackgasse sind. Wir müssen nur ein paar Zäune überspringen - und dann sind wir in der freien Natur und können uns wieder bewegen.

Keine Bange, wir werden jetzt nicht riskieren, beim Sprung über einen Stacheldrahtzaun unser Beinkleid zu ruinieren, um dann auch noch die "Hosen herunterlassen" zu müssen. Wir haben bereits ausreichend Gräben überwunden um im nächsten Kapitel zu erkennen, dass Chakren- oder Aura-Fotos schlichtweg Unfug sind.

Empfehlenswert zum Thema geistiges, spirituelles Weltbild ist das Buch "Vehicles of Consciousness" (engl. Ausgabe 1978, die Erstausgaben 1958-67 trugen den Titel "Ochema") des holländischen Philosophen Johannes Jacobus Poortman (1896-1970). Die Bedeutung des Buches liegt in seiner Erkenntnis, dass neben solider, fassbarer Materie auch feinstoffliche Arten der Materie existieren müssen.


Chakren und Aura, Elemente der Emotional- oder Astralebene zum Anfang

Whenever there is an interlacing of several nerves, arteries and veins, that centre is called "Plexus." The physical material plexuses that are known to the Vaidya Shastra are:- Pampiniform, Cervical, Brachial, Coccygeal, Lumbar, Sacral, Cardiac, Esophageal, Hepatic Pharyngeal, Pulmonary, Ligual Prostatic Plexus, etc. Similarly there are plexuses or centres of vital forces in the Sukshma Nadis. They are known as "Padma" (lotus) or Chakras.

Chakras are in the Linga Sarira (astral body) . . . Each Chakra has control and function over a particular centre in gross body . . . as the gross matter is the result of the subtle matter. Without the subtle body, the gross body is impossible.

Sri Swami Sivananda, 24, 55

Sri Swami Sivananda (1887-1964) war Yogi UND Mediziner, durch den Besuch einer englischen Missionsschule kam er schon früh in Kontakt mit westlichem Gedankengut, studierte Medizin und leitete eine hervorragende Arztpraxis in Malaysia, bevor er 1924 nach Rishikesh umsiedelte. Wir werden im vorletzten Kapitel aufzeigen, wie Erkenntnisse neuerer medizinischer Forschung verblüffende Parallelen zu Sri Swami Sivanandas Aussagen erkennen lassen.

Gemäß dem geistigen, spirituellen Weltbild sind Chakren, und Aura als Gesamtheit des Zusammenwirkens aller Chakren, Teile oder "Organe" der Astral- oder Emotionalebene und daher Ursache vielfältiger (verdichteter) Wirkungen auf der materiellen Ebene, also Ursache vielfältiger Wirkungen im physischen Körper. Als Teil der emotionalen Ebene aber sind Charken und Aura in der materiellen Ebene oder mit Mitteln der materiellen Ebene nicht sichtbar und nicht direkt nachweisbar, weder mit unseren Augen noch mit unseren technischen Hilfsmitteln:

. . . The Chakras are not perceptible to the gross senses. Even if they were perceptible in the living body which they help to organise, they disappear with the disintegration of organism at death. Just because post-mortem examination of the body does not reveal these Chakras in the spinal column, some people think that these Chakras do not exist at all, and are merely the fabrication of a fertile brain. This attitude reminds us of a doctor who declared that he had performed many post-mortems and had never yet discovered a soul!

Since they are made up of subtle matter they cannot be seen by the naked physical eyes and you cannot make any test-tube experiments in the physical plane . . .

Chakras are in the Linga Sarira (astral body) . . . Each Chakra has control and function over a particular centre in gross body. These cannot be seen by the naked eyes. Some foolish doctors search for the Chakras in the physical body. They cannot find them there. Since they cannot find any Chakra in a dead body, they lose faith in Shastras and Yogic Kriyas.

Sri Swami Sivananda, XII, 14, 24

Alle vermeintlichen Fotos von Chakren oder der Aura können also niemals Fotos der Chakren oder der Aura sein, bestenfalls liefern sie einen Hinweis auf deren physische Wirkung. Etwas, das in der materiellen Ebene erfassbar oder darstellbar ist, kann nicht zugleich der Emotionalebene angehören!

Beispiel: Angenommen, der Chef einer großen Firma genehmige aus seinem Büro im vierten Stockwerk einen fetten Jahresbonus. Natürlich zeigt das Auswirkung auch in Parterre, aber alles was wir da sehen oder fotografieren sind nur die fröhlichen Gesichter der Mitarbeiter, nicht jedoch den Chef selbst. Rückschließend können wir zwar den Chef als Ursache vermuten, es könnte aber auch der Vorstand selbst, eine Steuervergünstigung, ein Irrtum des Buchhalters oder vielleicht sogar der Nikolaus gewesen sein, möglich wäre es ...

Und genau daran scheitern alle Versuche, Chakren und Auren nachzuweisen oder gar zu fotografieren, wie wir im Folgenden aufzeigen werden.


Von der Kirlian-Fotografie zur Coggins-Camera zum Anfang

Erste vermeintliche fotografische Nachweise von Chakren oder Aura erhoffte man sich mittels der Kirlian-Fotografie. Ein hochgespanntes und
Kirlian-Fotografie Geraeteaufbau
hochfrequentes (Skineffekt zum Schutz der Testperson) elektromagnetisches Feld erzeugt kleine Blitzentladungen, die Elektronen, welche diese Entladungen herbeiführen, regen dabei die Moleküle Kirlian-Fotografie mit Polaroid-Fotopapier der Luft zum Leuchten an. Die wunderschönen Korona-Entladungs-Bildern zeigen also nicht die Aura etwa der Fingerkuppen an, sondern lediglich das Aufleuchten der im Entladungsbereich getroffenen Luftmoleküle! Natürlich lässt sich Kirlian-Fotografie mit WebCam damit auch die "Aura" einer Büroklammer zeigen.

Eine möglicherweise existente Aura der Fingerkuppen würde sicher den umgebenden Raum und damit wahrscheinlich auch die Entladung selbst beeinflussen, aber wie? Welche Rückschlüsse sind möglich? Und würde dieser Einfluss nicht durch Parameter wie Anpressdruck der Fingerkuppe, Dicke der Hornhaut, Kirlian-Fotografie mit WebCam Wasser- und Salzgehalt des Körpers, Luftfeuchtigkeit und mehr völlig überlagert werden?

Solche Versuche kann man natürlich auch mit Blättern von Pflanzen durchführen. Schneidet man nach einigen Durchgängen jetzt einen Teil ab und lässt nicht die nötige Sauberkeit walten, können am Abdeckglas noch anhaftende Pflanzen- oder Feuchtigkeitsreste verbleiben, welche hier eine stark reduzierte Entladung verursachen und so auch an jenen Stellen ein abgeschwächtes Koronar-Bild des Kirlian-Fotografie mit WebCam Teil-Blattes liefern, an denen gar kein Blatt mehr ist. Voreilige Deutungen hatten dies nun als Nachweis der Aura des abgetrennten Teiles interpretiert.

Wir haben zur Vereinfachung das Blatt durchschnitten und den abgeschnittenen Teil einen halben Millimeter verschoben. Die erste Video-Aufnahme zeigt Ihnen, wie an der Schnittstelle der "Lebensfunke" versucht, den Spalt zu überwinden, die zweite Video-Aufnahme mit noch größerem Trennspalt liefert das abgeschwächte Koronar-Bild des "toten" Blattrestes.

>>> Zum Video-Clip1 (*wmv)
Bitte nicht über die Lautstärke der elektrischen Entladung erschrecken!!!

>>> Zum Video-Clip2 (*wmv)
Bitte nicht über die Lautstärke der elektrischen Entladung erschrecken!!!

Konstantin Korotkov, Professor für Physik an der Staatlichen Technischen Universität von St.Petersburg in Russland, erhielt für seine Weiterentwicklung der Kirlianfotografie zur GDV (Gas-Entladungs-Visualisierungs) - Technik für Frühdiagnostik 2001 die offizielle Genehmigung der russischen Gesundheitsbehörde. Er bemühte sich um eine Standardisierung bei der Erfassung der Messwerte, setzte Computerbildbearbeitung ein, übernahm die Erkenntnisse der Akupunktur, wonach zwischen Fingerkuppen und Organen im Körper ein energetischer Zusammenhang besteht, erstellte eine repräsentative Datenbank zahlreicher entsprechender Aufnahmen von gesunden und kranken Personen und konnte so durch Datenvergleich im Rahmen einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Frühdiagnose erstellen.

Seine Auffassung von Aura? Ein elektromagnetisches Feld, das durch elektrische Ströme im Körperinnern erzeugt wird und bis über die Körperhülle hinaus reicht. Elektromagnetische Felder aber sind der materiellen Ebene zugehörig:

Kundalini is the cosmic power in individual bodies. It is not a material force like electricity,magnetism, centripetal or centrifugal force. It is a spiritual potential Sakti or cosmic power. In reality it has no form.

Sri Swami Sivananda, 34

Weitere Verbesserungen der biometrischen Messmethoden wie Ag/AgCl-Elektroden mit federgelagerten Untersuchungselektrodengriffeln und einer Salzbrücke sowie biphasischen Stromimpulsen erfolgten seitens Bruce Pomeranz, Professor an der Universität von Toronto, der die Frage untersuchte, ob Akupunkturpunkte einen niedrigeren Hautwiderstand aufweisen als die umgebende Haut.

Eines der wohl bekanntesten Kamera-Computer-Systeme zur Aurafotografie kommt von Aura Imaging: Der Kopf der Testperson wird fotografiert, im Bild zeichnet dann der Rechner ein wolkenähnliches Gebilde, nach Aussage des Herstellers in Abhängigkeit von Messwerten, die während der Aufnahme von Handsensoren ermittelt werden. Die vorherstehend erwähnte Entwicklung findet Beachtung in silberfarbenen Messkontakten, Rechnereinsatz, Bildbearbeitung, unerfreulicherweise aber stößt man im Umgang mit biometrischen Standards und physikalischen Gesetzen auf nicht annehmbare unwissenschaftliche Willkür. Wir zitieren von der deutschen Website (Stand 26.12.2011):

www.auraimaging.de/products/auracam.shtml

Die Aurakamera besteht aus zwei Handsensoren, die mit der Kamera über Kabel verbunden werden. In der Kamera wird Polaroid-Sofortfilm eingelegt. Wie beim Fotografen wird die Kamera justiert und auf den Kunden ausgerichtet.

Der Kunde legt jeweils die linke und rechte Hand auf entsprechende Handmeßsensoren. Die AURA CAMERA 6000 / Coggins Camera mißt dann während der Belichtungszeit des Films über Dual-Sensoren standardisierte, festgelegte Biofedback-Parameter in der Handinnenfläche der Person. Die gemessenen Resonanzpunkte und -bereiche stehen mit dem gesamten Organismus und dem elektromagnetischen Feld in Resonanz und geben uns somit Auskunft über die energetischen und aurischen Qualitäten eines Menschen. Durch ein patentiertes Verfahren werden diese Parameter als ein strahlendes, farbiges Aurafeld um den Körper auf das Polaroid-Sofortbild oder einen Computerschirm bzw. Fernseher projiziert und innerhalb einer Minute können sie Ihrem erstaunte Kunden ein AURA-IMAGING-FOTO als richtiges, brilliantes Farbfoto oder einen Computer-Farbausdruck überreichen.

Aura-?-Foto

Wir hoffen, Ihnen mittlerweile ausreichend Wissen vermittelt zu haben, um sich selbst ein Urteil zu bilden. Verblüffenderweise schaffte es zumindest im Jahre 2010 eine Coggins-Camera sogar bis in eine private deutsche Naturheilklinik und wurde dort auch zur Diagnose eingesetzt.

Der Name der Klinik und des Arztes sind uns bekannt. Wir sind jedoch der Meinung, wer Mut zeigt und trotz bester Absicht einmal irrt, hat ein Recht auf Schutz und nicht auf Bloßstellung. Allerdings wäre gerade im Bereich alternativer Medizin ein profunderes Verständnis der Apparatetechnologie im Interesse der Sache selbst sehr hilfreich:

Am 6. Mai 1990 gab es in Bad Homburg ein Mora-Fortbildungsseminar für Ärzte und Heilpraktiker. Ein Sachverständiger für Baubiologie erläuterte den anwesenden Damen und Herren, wieso feinenergetische Körpermessungen verschiedener Mediziner beim selben Patienten zu höchst unterschiedlichen Diagnosen führen: Weil elektrische, magnetische, statische und dynamische Störfelder der Umgebung, Radioaktivität in Baumaterialien und nicht zuletzt die Störstrahlung unzureichend abgeschirmter Elektroakupunktur-Apparate selbst um ein Vielfaches stärker sind als das zu Messende im Patienten selbst !!!


Wenn es Chakren gibt, dann . . . zum Anfang

... dann muss ein wacher Intellekt in folgenden drei weitverbreiteten Vorstellungen Widerspruch anmelden:

1.
Chakren seien von Natur aus ganz oder relativ inaktiv und müssten erst durch den Menschen aktiviert werden. Das wäre aber höchst unerfreulich für unsere Gesundheit:

Each Chakra has control and function over a particular centre in gross body. . . . as the gross matter is the result of the subtle matter. Without the subtle body, the gross body is impossible.

Sri Swami Sivananda, 24

Manche "Lehrmeinungen" besagen, bei spirituellen Menschen wären überwiegend die oberen, bei weltlich orientierten Menschen nur die unteren Chakren aktiv. Erfahrungsgemäß nutzt aber "a wordly man" seinen Verstand sehr intensiv, wenn auch hauptsächlich um die Befriedigung von "base desires and passions" zu gewährleisten, hingegen erfreut ein religiös ausgerichteter Mensch sich normalerweise "dennoch" einer zufriedenstellenden Zeugungsfähigkeit und einer guten Verdauung.

The mind of a worldly man with base desires and passions moves in the Muladhara and Svadhishthana Chakras or centres situated near the anus and the reproductive organ respectively.

If one"s mind becomes purified the mind rises to the Manipura Chakra or the centre in the navel and experiences some power and joy.

Sri Swami Sivananda, XII

"The mind . . . moves" und nicht "The activity starts" !!! Wohin bewegt sich allerdings das Bewusstsein, die Aufmerksamkeit vieler Zeitgenossen? Börsenguru Andre Kostolany soll das einmal so formuliert haben:

. . . bis Fünfzig dreht sich alles um den Sex, ab Fünfzig dreht sich alles um den Stuhlgang . . .

Dr.Spitzbart, 2

Zum Thema Sexualität gab der Yoga-Lehrer Rama aus Haridwar seiner Schülerin Alice Christensen, Gründerin der American Yoga Association, die lachende Antwort:

Die Leute haben eine falsche Vorstellung, Gott ist von nichts getrennt.

Alice Christensen, 137

Andererseits würde unsere Welt sicher besser aussehen, hätte Kostolany sagen können: : ". . . bis Fünfzig dreht sich alles um Beruf und soziale Verantwortung, ab Fünfzig dreht sich alles um das Seelenheil und die geistig-spirituelle Weiterentwicklung der Menschheit. . .".

Ziel ist ein ausgewogener Lebensstil, nicht Zügellosigkeit, und erst recht nicht Weltverachtung.

The thinking faculty is present only in human being. Man only can reason, reflect and exercise judgment. It is man only who can compare and contrast, who can think of pros and cons and who can draw inferences and conclusions. This is the reason why he alone is able to attain God-consciousness. That man who simply eats and drinks and who does not exercise his mental faculty in Self-realisation is only a brute.

Sri Swami Sivananda, VI

Who, it may be asked,is the more divine; he who neglects and spurns the body or mind that he may attain some fancied spiritual superiority, or he who rightly cherishes both as forms of the one Spirit which they clothe?

Sri Swami Sivananda, 4, XXI

Folgen wir dem geistigen, spirituellen Weltbild, werden sowohl gedankliche als auch körperliche Einflüsse Auswirkungen auf Emotionalebene und damit Chakren-Aktivität haben:

The subtle lines, Yoga Nadis, have influence in the physical body. All the subtle (Sukshma)Prana, Nadis and Chakras have gross manifestation and operation in the physical body. The gross nerves and plexuses have close relationship with the subtle ones. You should understand this point well. Since the physical centres have close relationship with the astral centres, the vibrations that are produced in the physical centres by prescribed methods, have the desired effects in the astral centres

Sri Swami Sivananda, 14I

Chakren dienen also primär der Funktion des physischen Körpers. Somit deutet ihre volle Aktivität auf einen gesunden Körper hin, teilweise Aktivität hingegen weniger auf die nahende Erleuchtung als vielmehr auf die Notwendigkeit, dringend den Hausarzt aufzusuchen, bevor es ganz dunkel wird!

Wir schlagen daher vor, lieber von "Modifikationen der natürlicher Chakren-Aktivität" zu sprechen.


2.
Manche Autoren entwickeln ein ausgeklügeltes Zuordnungssystem, um von Symptomen, Verhaltensweisen, Vorlieben, Gefühlen usw. auf die ver-ursachenden Chakren rückzuschließen.

Vermutlich sind solche Zuordnungsverfahren ein Relikt des mechanischen, materiellen Weltbildes, der Mensch als lebendiges "System" hat die Möglichkeit, Lebenssituationen unterschiedlich zu bewerten und ihnen unterschiedlich zu begegnen.

Die Wechselbeziehungen zwischen Gefühlen und Körperreaktion sind bekannt. Wut, Spannung und Fluchtbereitschaft lassen sich oft eindeutig an der muskulären Körperhaltung ablesen. Ebenso die Vielzahl körperlicher Ausdrucksformen der Angst (wie schwitzen, Herzklopfen, rasche Atmung) oder der Wut (wie Muskelzittern, Zähne zusammenbeißen und Blutdruckanstieg). Diese körperlichen Reaktionen sind jedoch nicht spezifisch, sie können bei ganz gegensätzlichen Gefühlen auftreten, beispielsweise Herzklopfen sowohl bei Angst und Wut aber auch bei Verliebtheit und Freude

Warum ist es so schwierig, körperliche Symptome auf bestimmte psychische Konflikte oder Spannungszustände zurückzuführen? Zum besseren Verständnis körperlicher Symptombildung sei darauf hingewiesen, dass es keine "eins-zu-eins"-Zuordnung von körperlichen Symptomen zu bestimmten psychischen Konflikten gibt. Man kann also nicht davon ausgehen, dass Menschen, die beispielsweise Herzschmerzen oder Magenschmerzen entwickeln, unter jeweils ganz bestimmten seelischen Konflikten leiden. Es gibt somit keine Symptomspezifität, die es erlauben würde, von der Störung auf einen zugrunde liegenden Konflikt zu schließen.

http://www.hardtwaldklinik2.de/somatisierungsstoerungen.html 27.11.2011

Vermutendes Zuordnen mag manchmal als hilfreicher, erster Wegweiser dienen, ein sicheres und damit verantwortungsbewusstes Diagnoseverfahren ist es aber nicht.


3.
Manche Literatur, auch die Upanishaden, weisen den einzelnen Chakren Farben zu. Farbe ist aber eine Eigenschaft der Materie bzw. der Wellenlänge des Lichts, also ein Teil der materiellen Ebene, wie können dann Chakren als Elemente der emotionalen Ebene über Farben verfügen?

Man muss bei allen folgenden Schilderungen darauf achten, dass zum Beispiel beim "Sehen" einer Farbe geistiges Sehen (Schauen) gemeint ist. Wenn die hellsichtige Erkenntnis davon spricht: "ich sehe rot", so bedeutet dies: "ich habe im Seelisch-Geistigen ein Erlebnis, welches gleichkommt dem physischen Erlebnis beim Eindruck der roten Farbe."

Nur weil es der hellsichtigen Erkenntnis in einem solchen Falle ganz naturgemäß ist, zu sagen: "ich sehe rot", wird dieser Ausdruck angewandt. Wer dies nicht bedenkt, kann leicht eine Farbvision mit einem wahrhaft hellsichtigen Erlebnis verwechseln.

Rudolf Steiner, Anmerkung 7 Seite 55

Auch in Bezug auf diese Wahrnehmungen des "Drehens", ja der "Lotusblumen" selbst, gilt, was in der vorherigen Anmerkung über das "Sehen der Farben" gesagt worden ist.

Rudolf Steiner, Anmerkung 8 Seite 56


Gibt es Chakren wirklich? zum Anfang

Wie wir gesehen haben, die vedischen Schriften als auch Sri Swami Sivananda, Arzt und Mediziner, sagen JA!

Tradition und Verehrung sind gut! Andererseits, hätte beispielsweise Newton nicht den Mut gehabt, altüberlieferte Vorstellungen zu reformieren, wäre weiterhin Einstein nicht so kühn gewesen, Newtons Annahme über Raum und Zeit anzuzweifeln, wo ständen wir heute? Gibt es neuere Erkenntnisse zu Chakren?

Gopi Krishna (1903 - 1984) schreibt in seinem Buch über seine intensive Kundalini-Erfahrung, welche ihn fast an den Rand des Todes brachte, NEIN:

Da das Erwachen (Anm.: Erleuchtung) ein seltenes, aber natürliches Phänomen ist, ist es nutzlos, in eine Erörterung über die Wirklichkeit der Lotusse (Anm.: Chakren) einzugehen, auf die die alten Meister ein starkes Gewicht legten. Ich bin während meines eigenen langen Abenteuers keinen begegnet, nicht einmal einer Spur in irgendeinem Teil des Gehirn-Rückenmarksystems. ...

Gopi Krishna, 172

Nachfolgend ein Link zu seinem letzten Interview sowie ein Link zu einem Interview mit Gene Kieffer, Verleger von Gopi Krishna und Gründer der Kundalini Research Foundation :

Last Interview with Gopi Krishna

Interview with Gene Kieffer, Part 1

Interview with Gene Kieffer, Part 2

Gopi Krishna vertrat die Meinung, dass Kundalini ein natürlicher, evolutionärer Schritt der menschlichen Weiterentwicklung darstellt, er hat intensiv zusammengearbeitet mit Dr Lee Sannella, dem Mitbegründer einer auf Kundalini-Nebenwirkungen spezialisierten Klinik in San Francisco, USA. Nachfolgend ein Link zu einem Vortrag von Dr. Lee Sannella zum Thema "Kundalini - Psychose oder Transzendenz?", seiner ausführlichen, schriftlichen Abhandlung dieses Themas und einem Auszug über das Kundalini-Modell - auf materieller Ebene - von Itzhak Bentov:

Interview with Dr. Lee Sannella

Dr.Lee Sannella: Kundalini - Psychose oder Transzendenz?

Ein Physio-Kundalini-Modell für den Wiedergeburtsprozeß wurde vor kurzem von Itzhak Bentov vorgeschlagen, welches durch unsere klinischen Untersuchungen ausgewertet wurde. Sein Modell beruht auf dem Nachweis, dass Meditation zu einer positiven Anregung von fünf harmonischen Energiezentren im Körper des Menschen führt, welches mit der Aorta, der Hauptschlagader des Herzens, beginnt, und mit einem kreisförmigen elektrischem Strom endet, der ein Magnetfeld im Gehirn erzeugt. Er sagte, dass die sogenannten Kundalinieffekte, das Resultat der direkten Tätigkeit dieser verschiedenen Oszillatoren auf das Gehirn sind. Seine Arbeit ist deshalb wichtig, weil es das erste physiologische Kundalinimodell vorschlägt, welches auf Labormessungen beruht und einer experimentellen Überprüfung unterliegt.

Wir könnten nun die Reihe der Argumentationen fortsetzen, eine klärende Antwort oder ein richtiger Beweis bliebe aus. Moment, ein richtiger Beweis? Erwarten wir etwa (wieder einmal) einen Teil der Emotionalebene auf materieller Ebene nachzuweisen? Wollten wir etwa, um den Vergleich von Hans Peter Dürr zu nutzen, über Zäune springen, dabei aber die vertrauten Fußfesseln beibehalten?

Die Grundgesetze der Natur beziehen sich nicht direkt auf eine Welt, die uns anschaulich ist. Sie gelten vielmehr in anderen Bereichen, die eine imaginäre Dimension einschließen und noch genauer vorzustellen sind.Die Beschreibung der sinnlich zugänglichen Welt ist kein Teil von ihr, sie gelingt in Sphären die unserer Wahrnehmung und unseren Organen nicht zugedacht sind.

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer, CD 4.1

Studieren wir nochmals die Aussage von Rudolf Steiner zum Thema Chakren-Farben und Chakren-Rotation:

Man muss bei allen folgenden Schilderungen darauf achten, dass zum Beispiel beim "Sehen" einer Farbe geistiges Sehen (Schauen) gemeint ist. Wenn die hellsichtige Erkenntnis davon spricht: "ich sehe rot", so bedeutet dies: "ich habe im Seelisch-Geistigen ein Erlebnis, welches gleichkommt dem physischen Erlebnis beim Eindruck der roten Farbe."

Nur weil es der hellsichtigen Erkenntnis in einem solchen Falle ganz naturgemäß ist, zu sagen: "ich sehe rot", wird dieser Ausdruck angewandt. Wer dies nicht bedenkt, kann leicht eine Farbvision mit einem wahrhaft hellsichtigen Erlebnis verwechseln.

Rudolf Steiner, Anmerkung 7 Seite 55

Auch in Bezug auf diese Wahrnehmungen des "Drehens", ja der "Lotusblumen" selbst, gilt, was in der vorherigen Anmerkung über das "Sehen der Farben" gesagt worden ist.

Rudolf Steiner, Anmerkung 8 Seite 56

Anstatt zu fragen WAS da wahrgenommen wird, sollten wir zunächst einmal fragen WOMIT da wahrgenommen wird!

Offensichtlich nicht mit unseren gewohnten physischen Sinnen, offensichtlich gibt es da noch eine andere Art der Wahrnehmung. Womit nehmen wir Gedanken wahr, womit Gefühle, was genau ist Intuition, und was eigentlich ist Bewusstsein?

C.G.Jung unterschied zwischen Denken und Fühlen einerseits und Empfindung und Intuition andererseits, Rudolf Steiner schrieb oben von hellsichtigen, also psychischen und nicht physischen Wahrnehmungs-organen, analog der Einteilung in fein- und grobstoffliche Materie, Patanjali nannte es die "reine Schau".

Noch vor 20 Jahren postulierten der Nobelpreisträger John C. Eccles und der Philosoph Karl Popper, das Gehirn werde von einer Art übergeordneten Instanz gesteuert, die sich reduktiven Erklärungsversuchen widersetze, eine Instanz, die uns gegeben ist, gewissermaßen der Geist Gottes. Mittlerweile werden wieder mehr Theorien auf materieller Ebene angestrebt, einige bekannte Namen wären der DNA-Entdecker Francis Crick, der Philosoph Daniel Dennett, der Hirnforscher Gerald Edelman oder der Neurologe Antonio Damasio. Und weder herrscht hier Einigkeit, noch wurde bisher als Beweis des materialistischen Ansatzes ein Bewusstsein künstlich erschaffen.

Wir können getrost davon ausgehen, dass jeder dieser Forscher seine Auffassung durch sorgfältige und korrekte Beobachtung erlangt hat, allerdings jeweils abhängig von dem Blickwinkel, unter dem er persönlich beobachtete, und abhängig von seiner persönlichen Beobachtungsgabe. Wir brauchen aber eine Lösung, die möglichst alle Blickwinkel und Beobachtungsgaben einschließt, und dabei auch noch einfach und leicht nachvollziehbar ist.

Nun, wir können etwas wahrnehmen, und wir haben ein Bewusstsein, zumindest das wird (hoffentlich) kein exoterischer und kein esoterischer Wissenschaftler bestreiten. Nehmen wir dazu noch den anthroposophischen Ansatz von Rudolf Steiner, wäre eine solche Lösung möglich:

Wir können wahrnehmen, und das "Organ" der Wahrnehmung ist das Bewusstsein.

Wenn der Hammer den Daumen trifft, bringt der physische Rezeptor seine unheilvolle Botschaft auf den Weg, am Ziel angekommen nehmen wir sie wahr, mit dem Bewusstsein. Sie ist uns bewusst, in diesem Fall sogar schmerzlich bewusst. Es sei denn, ein Betäubungsmittel hat den Weg zum Ziel blockiert, dann gibt es auch nichts wahrzunehmen, oder ich bin bewusstlos, dann bin ich - mein Bewusstsein - auch nicht da um die Information zu erfassen.

Ich erlebe eine Emotion, sei es auf körperlicher Ebene wie beispielsweise ein Hungergefühl, sei es auf mehr geistiger Ebene wie beispielsweise eine Zuneigung, beide nehme ich wahr wenn sie mir bewusst werden. Erfasst mein Bewusstsein sie nicht, gibt es keine Wahrnehmung.

Ich versuche Remote Viewing und habe die Wahrnehmung, mein Nachbar lese auf seiner Couch ein Buch. Ich rufe ihn an und es stimmt: Gut gemacht!. Oder der Nachbar ist gar nicht zu Hause? Dann habe ich mich geirrt, mein Bewusstsein hat vielleicht auf eine Erinnerung zugegriffen, vielleicht auf eine Wunschvorstellung, vielleicht aber auf einen ganz anderen Nachbarn, die Wahrnehmung jedenfalls ist in meinem Bewusstsein, ich habe aber versäumt mir ausreichend bewusst zu machen, wie sie dahin oder woher sie dahin gekommen ist.

Ich habe eine Erkenntnis, sei sie das Ergebnis eines Denkvorgangs, wo und wie immer der auch stattfinden mag, sei sie das Resultat einer telepathischen Übermittlung, sei sie eine Eingebung Gottes, ich nehme sie wahr wenn sie mir bewusst wird. Erfasst mein Bewusstsein sie nicht, gibt es keine Wahrnehmung.

Gleichgültig also, ob auf materieller Ebene Rezeptoren mich mit Datenströmen versorgen und diese zuvor noch im Gehirn aufbereitet werden, gleichgültig ob mir eine bildhafte Vorstellung, ein Gefühl, ein Gedanke oder was auch immer bewusst wird, wenn sie mir bewusst werden, habe ich sie wahrgenommen, andernfalls nicht.

Wahrnehmung als Bewusstwerdung in dem geschilderten Sinn ist aber eine individuelle und damit subjektive Angelegenheit, trotz glücklicherweise vieler Übereinstimmungen wird sie immer eine höchstpersönliche Note haben. Und wenn wir versuchen, diese Wahrnehmung durch Worte, Gesten oder Bilder anderen Menschen zu kommunizieren, werden durch die Darstellung in Worten, Gesten oder Bildern noch mehr individuelle Attribute einfließen. Jeder Polizeibeamte kennt von Zeugenbefragungen her, wie wenig die menschliche Wahrnehmung der von den materialistischen Wissenschaften geforderte Objektivität gerecht wird und daher nach Möglichkeit (relativ) objektive Messgeräte bevorzugt werden.

Das ist die Fußfessel, welche uns beim Sprung über den Zaun in eine höhere Ebene zu Fall brachte:

Viele Seher haben die Wahrheit geschaut, aber wenn sie die Wahrheit offenbaren, stimmen ihre Enthüllungen sehr oft nicht überein. Und es ist wahrhaft bedauerlich, dass bei verschiedenen Anlässen unter verschiedenen Umständen, ihre eigenen Offenbarungen derselben Wahrheit alles andere als übereinstimmend sind.

Da müssen wir wissen, dass die Unterschiede nur in der Erkenntnis und Offenbarung der Wahrheit bestehen. Es kann keinerlei Unterschiede in der Wahrheit selbst geben.

Warum finden sich dann Unterschiede? Die Unterschiede finden sich, weil die menschliche Individualität und Persönlichkeit die Wahrheit nicht so sehen, wie sie gesehen werden muss. Wenn die menschliche Persönlichkeit und die menschliche Individualität aufgelöst werden, verbleibt die Wahrheit als eine einzige, in der Erkenntnis wie in der Offenbarung.

Sri Chinmoy, 27-28

Auch Gopi Krishna spricht in seinem Buch eine entsprechende Vermutung aus:

Ohne ein entsprechendes physiologisches Wissen konnten die alten Weisen wahrscheinlich keinen besseren Vergleich finden, um nicht nur die Lage der Nervengeflechte anzudeuten, die zugleich mit dem Erwachen zu Orten intensiver Tätigkeit werden mussten, sondern auch um den uneingeweihten Schüler auf die folgende strahlend leuchtende lotusähnliche Erscheinung vorzubereiten.

Gopi Krishna, 172

Ich meditiere, nehme vielleicht in Herznähe ein Kribbeln wahr, es erinnert mich beispielsweise an das Streicheln einer kreisenden Hand, es fühlt sich vielleicht angenehm warm an, ich erinnere mich beispielsweise an mein letztes Sonnenbad oder die letzte Bestrahlung mit einer Wärmelampe, ich empfinde vielleicht ein Gefühl der Zuneigung, das erinnert mich beispielsweise an einen Moment als ich verliebt war ....

Ob es Chakren gibt?

Manchmal ja, manchmal auch nicht, das hängt immer ganz von Ihnen ab, OB und WAS sie persönlich wahrnehmen, und WIE sie es persönlich deuten und beschreiben!!!


Kundalini . . . und sie bewegt sich doch! zum Anfang

Glaubt man der Legende, hat Galilei den letzten Satzteil leise vor sich hingemurmelt, als er das Inquisitionsgericht verließ, vor dem er dem kopernikanischen Weltbild abschwören musste. Wir können nun murmeln:

Und die Chakren- oder Kundalini-Meditation funktioniert doch!

Sri Swami Sivananda hat klar dargestellt, dass an den Punkten des Körpers, in denen etwas wahrnehmbar ist, das man als Chakren beschreiben könnte, Nervengeflechte oder sogenannte Plexen liegen. Nun hat die neuere medizinische Forschung herausgefunden:

... dass Darm und Herz eigene Netzwerke von zigtausend Neuronen besitzen, so etwas wie "kleine Gehirne" im Körper darstellen. Diese lokale Gehirne können selber Dinge wahrnehmen, ihre Wirkungsweise in Abhängigkeit davon modifizieren und sich entsprechend ihren Erfahrungen sogar verändern, das heißt, in gewisser Weise eigene Erinnerungen ausformen.

David Servan Schreiber, 52

Es ist nun durchaus denkbar, dass in künftigen Zeiten solche Entdeckungen auch für die verbleibenden Plexen bzw. Chakren gemacht werden und dann eine alte Aussage von Yogananda Paramahansa ihren physischen Beweis erhält:

Primitive Menschen erkennen selten oder nie, dass ihr Körper ein Königreich ist, das von der Seele regiert wird, sie wissen nicht, dass die Seele auf dem Thron des Großhirns sitzt und über sechs Hilfsregenten in den Rückenmarkszentren (Bewußtseinssphären) befiehlt.

Yogananda Paramahansa, 314

Die Psychologie hat ferner in Erfahrung gebracht, dass diese "Hilfsregenten" in Verbindung mit dem emotionalen Gehirn - Limbisches System - in traumatischen Situationen noch mehr vermögen:

... verfügt das emotionale Gehirn über die Fähigkeit, den präfrontalen Kortex, den am höchsten entwickelten des kognitiven Gehirns, auszuschalten

David Servan Schreiber, 41

Und im Alltag? Mischen sie sich da etwa auch in unser Leben ein, bestimmen mit, modifizieren unser Denken, Fühlen und Handeln? Vermutlich wie Yogananda Paramahansa sagt: Ohne dass es den meisten Menschen bewusst ist und vermutlich viel mehr als es uns lieb ist? Sind wir dann aber noch Herr im eigenen Haus, so wie wir das immer dachten? Können wir dann noch unser Leben frei gestalten, so wie wir das immer wollten? Oder sind wir eher die Handlanger unserer "Hilfsregenten", welche uns ihre Ziele klammheimlich unterschieben?

The mind of a worldly man with base desires and passions moves . . near the anus and the reproductive organ respectively.

. . bis Fünfzig dreht sich alles um den Sex, ab Fünfzig dreht sich alles um den Stuhlgang . .

Wäre das Fehlen wahrhaft menschenwürdiger Ziele eine Erklärung, warum manche Zeitgenossen ihren Verstand primär dazu missbrauchen, um grundlegend positive, natürliche Bedürfnisse in widernatürliche, destruktive Gier zu verwandeln, und darin jedes Tier weit übertreffen?

The thinking faculty is present only in human being. Man only can reason, reflect and exercise judgment. It is man only who can compare and contrast, who can think of pros and cons and who can draw inferences and conclusions. This is the reason why he alone is able to attain God-consciousness. That man who simply eats and drinks and who does not exercise his mental faculty in Self-realisation is only a brute.

Sri Swami Sivananda, VI

Betrachtet man Kundalini als die bewusste, verstandesvolle und verständnisvolle Kommunikation mit unseren triebhaften inneren Anteilen, mit dem Ziel, über diese heimlichen "Verführer" und "Widersacher" die Herrschaft zu übernehmen, Ratio und Emotio in einer bewussteren und gereifteren Wesensform zu vereinen, müsste solche Meditation zu einem völlig neuen Menschen führen. Es wäre wahrhaft eine Weiterentwicklung vom Homo Sapiens zum Homo Conscientia, aus biologischer Sicht vielleicht tatsächlich der nächste Schritt der Evolution, auf unserer gegenwärtigen Entwicklungsstufe noch im Verborgenen schlummernd, durch den eigenen, aktiven Beitrag des Menschen aber bereits aktivierbar.

. . . Das langgesuchte Zwischenglied zwischen dem Tier und dem wahrhaft humanen Menschen - sind wir!

Konrad Lorenz

Aus der Sicht des Yoga würde das Bewusstsein lernen, den Körper zu nutzen und nicht sich vom Körper benutzen zu lassen. Alte Volksweisheit besagt, der Mensch reife mit seinen Aufgaben, Gopi Krishna und Gene Kieffer erläutern, warum nur höchste Ziele zu "Divine Power" führen:

Those who love me, the devine, I will make a genius.

Kundalini mag uns vielleicht in den Himmel führen, soll die Reise aber gelingen, muss sie auf der Erde beginnen, ganz realistisch mitten im Leben, mitten im Alltag! Sonst besteht Gefahr jenen Irrweg zu betreten, der zu Interessant-Sein statt zu Interessiert-Sein führt, der uns Auren "sehen", mit "offenen Chakren" durch den Alltag stolpern und in jeder persönlich verursachten Schwierigkeit das Werk "böser Kräfte" erkennen lässt. Wahre geistige Entwicklung - und Evolution - führt zu einer MEISTERSCHAFT IM Leben und nicht zu einer FLUCHT VOR dem Leben!

Wollen wir unter solchen Aspekten nochmals die Zeilen von Sri Swami Sivananda genießen:

The mind of a worldly man with base desires and passions moves in the Muladhara and Svadhishthana Chakras or centres situated near the anus and the reproductive organ respectively.

If one"s mind becomes purified the mind rises to the Manipura Chakra or the centre in the navel and experiences some power and joy. If the mind becomes more purified, it rises to the Anahata Chakra or centre in the heart, experiences bliss and visualises the effulgent form of the Ishta Devata or the tutelary deity.

When the mind gets highly purified, when meditation and devotion become intense and profound the mind rises to Visuddha Chakra or the centre in the throat, and experiences more and more powers and bliss. Even when the mind has reached this centre, there is a possibility for it to come down to the lower centres.

When the Yogi reaches the Ajna Chakra or the centre between the two eyebrows he attains Samadhi and realises the Supreme Self, or Brahman. There is a slight sense of separateness between the devotee and Brahman.

If he reaches the spiritual centre in the brain, the Sahasrara Chakra, the thousand-petalled lotus, the Yogi attains Nirvikalpa Samadhi or superconscious state. He becomes one with the non-dual Brahman. All sense of separateness dissolves. This is the highest plane of consciousness or supreme Asamprajnata Samadhi. Kundalini unites with Siva. The Yogi may come down to the centre in the throat to give instructions to the students and do good to others (Lokasamgraha).

Sri Swami Sivananda, XII

The code you need to enable aura-?-fotografie.exe: SwamiSivananda1



Literaturverzeichnis und Erläuterung zum Anfang

Als ich das letzte Mal nach Österreich fuhr, sah ich auf der A8 hinter München auf einem großen Plakat den Appell: "Halber Tacho Abstand". Mein Tacho hat einen Durchmesser von 15 cm. Bestand meine Aufgabe nun darin, bei einer Geschwindigkeit von 150 km/h zum Vordermann einen Abstand von 7,5 cm einzunehmen ???

Ein Fahrer, der unsere Kultur und Verkehrsgeschichte nicht kennt, dem unsere Symbolik und Ausdruckweise fremd sind, der vielleicht nicht einmal unsere Schrift und Sprache richtig beherrscht, wie würde er eine solche Anweisung ausführen???

Die Chakren-Lehre und Kundalini-Yoga haben ihre Wurzeln in Indien, die zugehörigen Schriften der Veden sind in Sanskrit verfasst, wir benötigen eine Übersetzung. Dazu kommt ...

. . . dazu kommt, dass der Veda ursprünglich ein geheimes Buch war, zugänglich nur für wenige. ... bot die Verschlüsselung der vedischen Lehren in einer stark symbolischen Sprache zusätzlichen Schutz vor der Vulgarisierung und dem daraus entstammenden Missverständnis seiner wahren Lehren. . .

Im Gang der Jahrhunderte wäre allerdings das Wissen um die innere Bedeutung dieser Verse und Begriffe fast gänzlich verschwunden und der äußere Aspekt als ihre vollständige Bedeutung angesehen worden.

Sri Chinmoy, 10

Kann eine zeitgenössische Übersetzung überhaupt noch etwas der ursprünglich beabsichtigten Informationen vermitteln? Wir sollten zumindest möglichst frühe Übersetzungen bevorzugen und auf Autoren achten, die sowohl mit der Kultur und Symbolik des alten Indien als auch mit unseren westlichen Welt und ihren Ausdrucksweisen bestens vertraut sind.

Und diese Autoren sollten selbst erfolgreiche Praktiker sein, denn nur die erfolgreiche persönliche Erfahrung mit den Dingen vermittelt die Fähigkeit, Symbolik von Tatsachen zu unterscheiden und nützliche Hilfen für eine praktische Umsetzung zu geben. Wir bitten die Freunde von Arthur Avalon um Verständnis, wenn sein Werk hier keine Verwendung findet. Sir John Woodroffe war ein exzellenter Kenner des Sanskrit und seine Übersetzung ist an Qualität unübertroffen, aber wie er selbst sagte, er war kein Mann der Praxis:

Es ist nicht Sinn und Zweck der vorliegenden Buchausgabe, das Wahre der Grundgedanken resp. das Nützliche der Methoden dieser Yogaform aufzuzeigen - eine Angelegenheit, die zu entscheiden ich jedem selbst überlasse - sie soll vielmehr als Erstversuch, besonders natürlich den am Okkultismus und Mystizismus Interessierten, eine vollere, genauere und vernünftigere Vorstellung über den Sachverhalt vermitteln.

Avalon, I.21

Auf praktischen Gebiete kann ich leider nur mit den in Büchern niedergelegten Anweisungen dienen und mit den mündlich erhaltenen diesbezüglichen Erläuterungen behilflich sein. Diejenigen, die weiter kommen wollen und diesen Yoga als wirksames Verfahren ausüben möchten, müssen sich vor allen Dingen seines Wertes und seiner Angemessenheit vergewissern und ihn dann von einem Guru (siddha) , der ihn erfolgreich absolviert hat, direkt erlernen. Seine Erfahrung allein wird entscheiden, ob der Kandidat mit einem Erfolg rechnen kann.

Avalon, II.23


Alice Christensen, Yoga des Hernzens, O.W.Barth, München 1999

Arthur Avalon, Die Schlangenkraft, Otto Barth Verlag, 7.Auflage 2003

David Eagleman, Inkognito, Campus-Verlag, Frankfurt 2012

David Servan-Schreiber, Die Neue Medizin der Emotionen, Goldmann, München 2006

Ernst Peter Fischer, Die andere Bildung & Die Bildung des Menschen, 16 Hör-CDs, Ullstein, Grünwald 2004

Gopi Krishna, Kundalini, O.W.Barth, Frankfurt, 2009

Hans Peter Dürr, Geist, Kosmos und Physik, Crotona, Amerang 2010

Johannes Jacobus Poortman, Vehicles of Consciousness, Theosophical Publication House, Wheaton 1978

Kurt Tepperwein, Die hohe Schule der Hypnose, Ariston, Genf 1986

Lee Sannella, Kundalinierfahrung und die neuen Wissenschaften, Synthesis Verlag, Ausgabe 1987

Michael Spitzbart, Mentale Fitness (Audio-CD), Dr.Spitzbart"s Gesundheits-Praxis, FS-CD 8/49

Patanjali, Die Wurzeln des Yoga, O.W:Barth, München 1999

Rudolf Steiner, Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten, Ondefo Verlag, Ausgabe 2010

Sri Chinmoy, Veden, Upanishaden, Bhagavadgita, Diederichs Gelbe Reihe, München 1994

Sri Swami Sivanana, Kundalini Yoga, The Divine Life Society, P.O. Shivanandanagar - 249 192 - Distt. Tehri-Garhwal, Uttar Pradesh, Himalayas, India. 1994

Three Initiates, The Kybalion, Yogi Publications Society, Chicago, 1940

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